Timm Radt: Men in Blech

Inhalt:
Timm Radt begibt sich auf die Spur von 26 Rittern in Mitteleuropa. Es sind keine Könige oder Berühmtheiten, sondern ‚ganz normale‘ Ritter, von denen ein authentisches Abbild, in der Regel die oft erstaunlich realistische Grabplatte, existiert. Anhand dieser Porträts entsteht in Rekonstruktionszeichnungen, Objekten und historischen Abbildungen ein detailgenaues Bild der Rüstung und Bewaffnung vom Hoch- und Spätmittelalter bis in die frühe Neuzeit. (Klappentext)

Rezension:
Es sind mythische Figuren, die seit Generationen die Phantasie anregen und ihren Platz in unzähligen Geschichten gefunden haben, heute mitunter aus ihrem historischen Kontext gerückt. In Filmen und Videospielen treten sie eindrucksvoll ausstaffiert auf. Die Macher bedienen sich dabei sämtlicher Epochen , Kulturen, der Kunst- und Kostümgeschichte. Die historische Realität sieht anders aus. Timm Radt und der Plattnerexperte Christian Wiedner haben sich daher auf Spurensuche begeben und zeigen die Entwicklung der Rüstung und Helme anhand ihrer Träger. So ist eine kompakte und für alle Interessierte zugängliche kleine Historienkunde entstanden.

Diese portraitiert sechsundzwanzig Ritter aus Mitteleuropa und spürt den einzelnen Biografien chronologisch geordnet nach, wobei dieser Teil zumeist nicht mehr als eine halbe Seite einnimmt, der andere Teil ist der Rüstungskunde vorbehalten, die durch reichlich Bildmaterial historischen Ursprungs oder Rekonstruktionsgrafiken ergänzt wird, so dass das Gelesene zugleich visualisiert wird. Kompakt geht Timm Radt auf die Entwicklung der Bestandteile ein, die einmal eine ganze Rüstung ergeben werden, zeigt von den Anfängen bis zum Niedergang des Rittertums auf, wie sich Merkmale wie Wappenrock oder Helm, auch typische Waffen entwickelten und präzisiert kurz die dafür ausschlaggebenden Punkte.

Eingerahmt werden die Portraits durch eine geografische Karte und mehrerer grafische Schemata, sowie einen umfangreichen Glossar, welches dieses unscheinbare Werk zu einem gut sortierten und kompakt handlichen Nachschlagewerk macht, welches für Laieninteressierte leicht verständlich geschrieben ist. Als kleines zu vielen anderen bereits existierenden Material existierendes Lexikon ist es sowohl in Bezug auf Personengeschichte, wie eben als Rüstungskunde zu lesen und kann hintereinander weg gelesen oder häppchenweise gelesen werden, da jeder Abschnitt nicht mehr als ein paar Seiten umfasst, die jedoch vollkommen genügen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Nicht nur für Mittelalter- und Ritterfans ein unbedingtes Muss und eine klare Empfehlung.

Autor:
Tim Radt ist Architekt und promovierte im Fach Baugeschichte. Seine Schwerpunkte sind historische Bauforschung, Bautechnikgeschichte, sowie die Burgenforschung, über die er zum Thema Ritter und Schutzbekleidung kam. Daneben betätigt er sich als Illustrator und Grafiker.

Christian Wiedner ist Experte für Plattnerkunst und als selbstständiger Plattner tätig. Er rekonstruiert historische Harnische und zählt dafür zu den Besten seines Fachs.

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