Ulrich Völkel: Der Mann mit dem Hut mit dem Hund wo bellt

Inhalt:
Da durchbricht jeden Morgen ein kläffender Terriermix, der einen Mann mit Hut an seiner Leine hinter sich herzieht, die Stille am Frühstückstisch. Ein Mann springt über seinen Schatten und fragt nach dem Weg. Und erfährt dabei nicht nur, wie er von A nach B kommt. Tante Paula schält jeden Tag Kartoffeln – und setzt auf das richtiige Pferd. Ein ungleiches Paar geht jeden Tag den selben Weg durch den Park und macht sich nichts aus den Blicken und Bemerkungen der anderen. Albert und Erna wiederum, ein ganz anderes Paar, sehen die Welt von ihrem Fenster aus vorbeiziehen. Tag für Tag. Und Frau Meier lächelt über die beiden. Tag für Tag.
Ein junger Literaturkritiker geht dem Geheimnis um die immer schlechter werdenden Kurzgeschichten des sonst stets brillianten Autors nach und erfährt, dass man schon einen Vogel haben muss, um ein guter Schriftsteller zu sein.
Solche und andere leicht skurrilen Geschichten sind in diesemBand zur Erheiterung der geneigten Leserschaft versammelt. Es darf auch geschmunzelt werden. (Klappentext)
Rezension:
Nichts ist wie es scheint. Es passiert ja auch nichts, doch eigentlich ganz schön viel, wenn man nur genauer hinsieht. Das tun die Protagonisten seiner immer nur wenige Seiten langen Kurzgeschichten und werden selbst Gegenstand der Beobachtung durch andere, vor allem aber uns Lesenden. Der Schriftsteller Ulrich Völkel hat sie, Mensch und Tier, allesamt in wundersamen, erstaunlichen, manchmal doch urkomischen Miniaturen versammelt, die mitunter zu überraschen wissen. Alle sind sie hier, in diesem Band versammelt.
Sechszehn dieser sehr unterschiedlichen Kurzgeschichten erzählen aus unterschiedlichen Perspektiven Alltagssituationen, die mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht werden. Wenige Sätze nur benötigt der Autor, um überraschende Wendungen entstehen zu lassen oder einer ernsten Situation eine glückliche Wendung anzufügen. Nicht immer funktioniert dies gleichermaßen gut. Wenige Worte sind nicht immer ausreichend, um die gewünschte Wirkung zu entfalten. Oft genug wünscht man den Figuren mehr Raum. So einige hätten es verdient, während andere ihre Geschichte ausreichend füllen und im Gedächtnis bleiben.
Völkels Sammlung wirkt wie eine Aneinanderreihung verschiedener Kurzfilme, so plastisch sind die Berschreibungen der Figuren, die klar vor dem inneren Auge stehen, auch deren Umgebung ist gut vorstellbar. Als würde man selbst durch die Straßen gehen, und mal aus dem Augenwinkel heraus, mal genauer Momente, einzelne Szenen, wahrnehmen. Manche stechen dabei heraus und bleiben im Gedächtnis, andere verschwinden mit dem Moment des Umblätterns, zudem kein wirklicher roter Faden, wenn überhaupt nur der Alltag an sich, als Verbindung erkennbar ist.
Trotzdem lohnt sich der Band für einzelne Geschichten, von denen alle Lesenden andere als herausstechend empfinden werden. Vielleicht entfalten diese jedoch auch ihre Wirkung um so mehr, je öfter man diese beiseite legt, und dann sich erneut zu Gemüte führt? Das Hintereinanderweglesen nimmt etwas von dem Charme dieser Miniaturen. Zwischen den Kurzgeschichten Pausen zu lassen, ist hier anzuraten, schon, um eine Lieblingsminiatur aus diesem Band für sich herauszufinden. Welche ist eure?
Autor:
Ulrich Völkel wurde 1940 in Plauen geboren und ist ein deutscher Schriftsteller. Nach dem Wehrdienst war er als Bühnenarbeiter und Dramaturgie-Assistent in Putbus auf Rügen tätig und wurde 1962 Kultureferent Saßnitzs, wirkte ab 1962 in der Kulturarbeit Schwerins mit. Nach einem Studium in Leipzig, war er künstlerischer Mitarbeiter in Schwerin und Rostock, seit 1975 als freier Schriftsteller tätig. 1993 gründete er den Rhinoverlag, den er bis 2006 leitete. Er ist Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke, arbeitet zudem als Lektor.
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